Namibia – Land der Kontraste

Der Name des Landes leitet sich von der Wüste Namib ab, die als eine der ältesten Wüsten der Welt gilt. Namibia begeistert nicht nur mit atemberaubenden Naturlandschaften, sondern auch mit der reichen Kultur der indigenen Bevölkerungsgruppen. Die Geschichte der ehemaligen deutschen Kolonie ist bis heute vielerorts spürbar. Aufgrund der großen Entfernungen empfiehlt es sich, das Land mit dem Auto zu bereisen. Besonders faszinierend ist die Vielfalt Namibias: Hier treffen die raue Schönheit der Atlantikküste, eindrucksvolle Wüstenlandschaften, wilde Naturreservate sowie spektakuläre Gebirgs- und Canyonlandschaften aufeinander.

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Interessantes über Namibia

Modernes Afrika mit deutschem Flair

Namibia war vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkriegs eine deutsche Kolonie, bevor das Gebiet unter die Verwaltung der Südafrikanischen Union fiel. Der deutsche Einfluss ist bis heute in der Architektur, der Küche und vielen kulturellen Bereichen des Landes deutlich spürbar. Städte wie Swakopmund und Lüderitz sind bekannt für ihre hervorragend erhaltene deutsche Kolonialarchitektur. Gebäude im Stil deutscher Kleinstädte verleihen den Orten eine einzigartige Atmosphäre, die sich stark vom übrigen Afrika unterscheidet.

Auch deutsche Traditionen und Feste wie das Oktoberfest werden in Namibia gefeiert. Viele Einheimische haben deutsche Bräuche übernommen und in ihren Alltag integriert. Deutsch gehört zudem weiterhin zu den Sprachen, die im Geschäftsleben und im Tourismus verwendet werden, auch wenn Englisch die offizielle Amtssprache des Landes ist.

Landschaftliche Vielfalt

Namibia begeistert mit einer außergewöhnlichen landschaftlichen Vielfalt – von uralten Wüsten über grüne Oasen bis hin zu beeindruckenden Gebirgslandschaften. Gerade diese Kontraste machen das Land zu einem Paradies für Naturliebhaber und Abenteurer.

Wüsten und Dünen

Namib-Wüste

Die Namib-Wüste gilt als die älteste Wüste der Welt. Sie erstreckt sich entlang der Atlantikküste und beherbergt einige der höchsten Sanddünen weltweit, darunter die berühmte Düne 45 sowie „Big Daddy“ in Sossusvlei.

Skeleton Coast

Die Skeleton Coast zählt zu den geheimnisvollsten Küstenregionen Afrikas. Nebel, starke Winde, gestrandete Schiffswracks und große Robbenkolonien prägen diese raue Landschaft, in der Wüste und Atlantik auf einzigartige Weise aufeinandertreffen.

Berge und Canyons

Fish River Canyon

Der Fish River Canyon ist der zweitgrößte Canyon der Welt und beeindruckt mit spektakulären Ausblicken, steilen Felswänden und eindrucksvollen Wanderwegen entlang des Flusses.

Naukluft-Gebirge

Das Naukluft-Gebirge, Teil des Namib-Naukluft-Nationalparks, ist bekannt für seine schroffen Klippen, tiefen Schluchten sowie eine außergewöhnliche Flora und Fauna.

Savannen und Nationalparks

Etosha-Nationalpark

Der Etosha-Nationalpark zählt zu den besten Orten weltweit zur Beobachtung von Wildtieren. Rund um die riesige Salzpfanne leben Löwen, Elefanten, Nashörner, Zebras und viele weitere Tierarten.

Caprivi-Streifen

Der Caprivi-Streifen im Nordosten Namibias ist deutlich grüner und wasserreicher als der Rest des Landes. Flüsse, Feuchtgebiete und eine artenreiche Tierwelt prägen diese Region.

Flüsse und Oasen

Kunene-Fluss

Der Kunene bildet im Norden die Grenze zu Angola. Hier befinden sich auch die beeindruckenden Epupa Falls, wo sich das Wasser über mehrere Kaskaden durch Palmenhaine ergießt.

Swakop und Kuiseb

Die Flüsse Swakop und Kuiseb durchziehen die Namib-Wüste und schaffen schmale grüne Oasen inmitten der trockenen Landschaft.

Felsformationen

Spitzkoppe

Die markante Granitformation Spitzkoppe wird oft als „Matterhorn Namibias“ bezeichnet. Sie ist ein beliebtes Ziel für Kletterer und Fotografen – besonders bei Sonnenuntergang, wenn die Felsen in intensive Rot- und Orangetöne getaucht werden.

Unsere Reise nach Namibia

Reisedauer: 30 Tage – August 2023 (mit Kindern im Alter von 8 und 7 Jahren)

Unterkünfte: Untergebracht waren wir überwiegend in Hotels und Camps der Gondwana Collection Namibia – und fast überall gehörte eine Hauskatze ganz selbstverständlich zum Hotelalltag.

Restaurants: Die meisten Mahlzeiten genossen wir in den Hotels der Gondwana Collection – das Essen war ausnahmslos hervorragend. Dort hatten wir auch die Gelegenheit, für uns eher exotische Fleischsorten zu probieren.
Während der Fahrten von einem Ort zum nächsten aßen wir häufig in kleinen Raststätten entlang der Strecke und wurden eigentlich überall positiv überrascht.
In Lüderitz können wir besonders das The Portuguese Fisherman Restaurant empfehlen – ausgezeichnete Meeresfrüchte und köstlicher Hummer zu erstaunlich günstigen Preisen.
In Walvis Bay hat uns das Godenfang Restaurant begeistert. Und etwas weiter nördlich, in Swakopmund, sollte man unbedingt Andy's Seafood besuchen – dort gibt es vermutlich die beste Muschelsuppe des Landes.
In Windhoek lohnt sich außerdem ein Besuch im legendären Joe's Beerhouse, wo unter anderem auch Zebra auf der Speisekarte steht.

Namibia – Land der Kontraste

Namibia, Botswana und Simbabwe

Unsere Reise durch Namibia – ebenso wie die weiteren afrikanischen Destinationen – haben wir einem spezialisierten Reiseveranstalter anvertraut. Das gab uns die Sicherheit, dass alles reibungslos ablaufen würde, was in einem Land, dessen Gegebenheiten man nicht kennt, unbezahlbar ist. Die Route wurde exakt nach unseren Vorstellungen zusammengestellt – inklusive Zwischenstopps in Botswana im Chobe-Nationalpark sowie in Simbabwe an den Victoriafälle.

Doch direkt nach unserer Landung in Windhoek erwartete uns bereits die erste Überraschung: Bei der Einreise verlangte die Immigration die Geburtsurkunden unserer Kinder – obwohl wir als Familie mit demselben Nachnamen reisten. Zum Glück hatten wir Fotos der Dokumente auf dem Handy gespeichert, sodass wir nach kurzer Verzögerung weiterreisen durften. Anschließend folgten die Übernahme des Mietwagens und eine ausführliche Einweisung zum Reifenwechsel – in Namibia offenbar eine ganz alltägliche Erfahrung.

Wir starteten unseren Roadtrip, und die erste Herausforderung war sofort der Linksverkehr. Besonders in den Städten und an Kreuzungen sorgte das anfangs für Verwirrung, doch bereits nach einem Tag fühlte sich das Fahren fast selbstverständlich an.

Windhoek erkundeten wir während zweier Tage. Wir spazierten durch die Stadt, besuchten die kleine Christuskirche und auch den Stadtteil Katutura, wo wir ungewöhnliche Spezialitäten probierten: gegrilltes Rindfleisch mit würzigem Salz sowie geröstete Würmer. In Restaurants kamen weitere lokale Gerichte hinzu – etwa Kuttelgulasch und sogenannte „Fat Cakes“, frittierte Teigbällchen, die ein wenig an ungesüßte Berliner erinnerten.

Von der Hauptstadt aus ging es weiter an den Atlantik nach Lüderitz. Die Straßen waren nahezu menschenleer – wir fühlten uns, als wären wir auf dem Mars gelandet. Die Asphaltstraße ging bald in eine staubige Piste über, weshalb wir Luft aus den Reifen lassen mussten.

An dem verlassenen Bahnhof von Garub hielten wir an und beobachteten, wie der Sand langsam ganze Gebäude verschlingt. Als wir schließlich in Lüderitz ankamen, stellten wir fest, dass der Kofferraum voller feinstem Sand war. Erst da verstanden wir, warum man uns zuvor so ausführlich erklärt hatte, wie die Belüftung des Fahrzeugs funktioniert. Lüderitz empfing uns mit rauem Küstenklima – die Temperaturen lagen kaum über zehn Grad.

Die Bootstour zu den Pinguinen musste zunächst verschoben werden, daher besuchten wir am frühen Morgen das verlassene Diamantenstädtchen Kolmanskop. Die beste Zeit dafür ist der Sonnenaufgang, wenn die ersten Sonnenstrahlen durch die Fenster der halb im Sand versunkenen Häuser fallen. Jede einzelne Ruine wirkte unglaublich fotogenisch – man wusste kaum, wo man zuerst fotografieren sollte.

Am Nachmittag konnten wir schließlich doch noch zur Pinguinkolonie hinausfahren, auch wenn die Tiere nur aus größerer Entfernung auf einer vorgelagerten Insel zu sehen waren. Den Tag ließen wir mit einem Spaziergang am Strand ausklingen.

Die nächste Etappe führte uns zum Fish River Canyon. Wir kamen genau rechtzeitig an, um den Sonnenuntergang über dem zweitgrößten Canyon der Welt zu erleben. Viele Bereiche sind dort völlig ungesichert, wodurch man an den Abgründen ein fast schwindelerregendes Gefühl bekommt.

Von dort ging es weiter in die Kalahari, nahe der Grenze zu Südafrika und Botswana. Unterwegs besuchten wir den Quiver Tree Forest, wo zwischen den Felsen seltene Köcherbäume wachsen. Überall saßen Klippschliefer – kleine, gedrungene Tiere, die an übergroße Meerschweinchen erinnern.

In der Kalahari unternahmen wir eine Safari im offenen Jeep und sahen Oryxantilopen, springende Springböcke, Giraffen und Zebras. Beim Sonnenuntergang saßen wir schließlich auf dem warmen Sand und probierten Trockenwürste aus Oryx und Springbock.

Danach erreichten wir die Namib-Wüste, genauer gesagt Sossusvlei mit seinen majestätischen Dünen. Die Dünen tragen Nummern – und Düne 40 gehörte an diesem Tag scheinbar nur uns allein. Wir stiegen hinauf, doch Wind und peitschender Sand zwangen uns bald wieder nach unten.

Die Salzpfanne von Deadvlei war bereits voller Besucher, wirkte aber dennoch wie aus einer anderen Welt. Innerhalb weniger Stunden verwandelte sich die morgendliche Kühle in glühende Hitze. Nach dem Besuch des Sesriem-Canyons kehrten wir ins Hotel zurück, bevor es am nächsten Tag weiter nach Swakopmund und Walvis Bay ging.

Gerade Walvis Bay wurde für uns zur gemütlichsten Stadt der gesamten Reise. Am Strand mit den Robben erlebten wir auch gleich unser erstes echtes Offroad-Abenteuer: Unsere Reifen waren nicht genügend entlüftet, und das Auto grub sich bis zur Achse im Sand ein.

Wir hatten bereits die Autovermietung angerufen, als ein lokaler Guide mit einem riesigen Geländewagen vorbeikam. Er half uns, zog das Fahrzeug aus dem Sand, ließ zusätzlich Luft aus den Reifen und wünschte uns einen schönen Urlaub. Dadurch konnten wir weiterfahren – direkt vorbei an Hunderten Robben. Sobald wir ausstiegen, verschwand die gesamte Kolonie lautstark im Meer. Ein faszinierender Anblick. Unterwegs begegneten wir außerdem Schakalen und Flamingos.

Am nächsten Tag stand eine Bootsfahrt durch die Bucht auf dem Programm. Robben und Pelikane sprangen direkt auf das Boot, da sie an die Fütterung durch Touristen gewöhnt waren. Anschließend wechselten wir in Jeeps und fuhren über die Dünen – wie eine Achterbahnfahrt aus Sand.

Danach folgten Quads und Sandboarding. Die Kinder waren begeistert, während uns vor allem die rasanten Abfahrten und die Unmengen an Sand in den Taschen in Erinnerung blieben. Besonders das Sandboarding auf dem Bauch hatte seinen ganz eigenen Reiz – auch wenn der Aufstieg danach weniger angenehm war.

Auf dem Weg nach Norden hielten wir außerdem in der Cape Cross Seal Reserve. Die riesige Robbenkolonie mit Zehntausenden Tieren war beeindruckend – der intensive Geruch allerdings kaum auszuhalten.

Damaraland begrüßte uns mit rot gefärbten Landschaften und der mächtigen Granitformation Spitzkoppe. Wir besuchten versteinerte Bäume, 6000 Jahre alte Felsmalereien in Twyfelfontein sowie ein Dorf der Khoisan. Die Himba in dieser Region erkennt man wiederum an der traditionellen roten Ockerpaste, mit der sie Haut und Haare einreiben.

Anschließend erreichten wir den Etosha-Nationalpark. Zwei Tage lang fuhren wir allein durch den Park und sahen vergleichsweise wenig Tiere – außerdem musste einer ständig fahren. Erst am dritten Tag, gemeinsam mit einem Guide, zeigte sich uns die wahre Schönheit des Parks: Löwen, Giraffenherden und schließlich ein schwarzes Nashorn, das plötzlich aus dem Busch auftauchte. Nervös vertrieb es alle Tiere vom Wasserloch und verschwand kurz darauf wieder.

Die Tierbeobachtungen an den Wasserstellen von den hölzernen Aussichtspunkten aus gehörten zu den eindrucksvollsten Momenten der gesamten Reise – Elefantenfamilien und riesige Giraffen kamen direkt zum Trinken vorbei.

Im Norden Namibias gelangten wir schließlich bis an die Grenzen zu Angola und Botswana. Unser Hotel, das nur per Boot erreichbar war, hatten wir fast für uns allein. Die Jungs gingen angeln und fingen Tigerfische.

Eine Bootsfahrt auf dem Sambesi offenbarte Krokodile, Flusspferde und unzählige Vogelarten. Unsere letzte Unterkunft in Namibia lag direkt an der Grenze zum Chobe-Nationalpark. Wir übernachteten in Zelten, in denen sich schließlich sogar eine Katze einnistete und die Nacht mit uns im Bett verbrachte. Das Schlafen im Zelt hatte seinen ganz eigenen Zauber – nachts hört man jedes Geräusch der Wildnis, tagsüber kämpft man hingegen mit extremer Hitze.

Deshalb entschieden wir uns, weiter nach Botswana zu reisen. Wir wohnten unweit des Chobe-Nationalparks, und die nächsten Tage bestanden fast ausschließlich aus Safaris – morgens ab fünf Uhr, danach Frühstück und später weitere Pirschfahrten. Unser Fahrer sprach wenig, fand aber immer genau die Tiere, die wir sehen wollten: riesige Elefantenherden am Fluss, ein Löwenrudel, Leoparden, zahlreiche Antilopen und Büffel. Drei Tage vergingen wie im Flug.

Den Abschluss der Reise bildete Simbabwe. Dort bezogen wir das schönste Hotel des gesamten Urlaubs und machten uns noch am selben Nachmittag auf den Weg zu den Victoriafälle.

Der Eintrittspreis von 50 Dollar pro Person öffnete den Zugang zu Wegen und Aussichtspunkten mit spektakulären Blicken auf die Wasserfälle, die selbst in der Trockenzeit gewaltig wirkten. Die Wassermassen stürzten in eine über hundert Meter tiefe Schlucht, während sich im Sprühnebel Regenbögen bildeten. Die Aussicht von der simbabwischen Seite ist schlichtweg überwältigend.

Über die Brücke gelangt man auch nach Sambia – allerdings braucht man dafür etwas Geduld, denn die zahlreichen Straßenhändler können mit der Zeit recht aufdringlich werden.

In der Stadt stießen wir zudem auf das Angebot eines Spaziergangs mit Geparden. Obwohl uns bewusst war, dass es sich wohl kaum um eine echte Auffangstation handelte, ließen wir uns von den Kindern überreden. Gemeinsam mit zwei Geparden an der Leine spazierten wir langsam durch die Landschaft, konnten die Tiere sogar streicheln – und am Ende wurde daraus ein unvergessliches Erlebnis.

Ebenso beeindruckend war die abendliche Bootsfahrt auf dem Sambesi mit Snacks und Getränken bei Sonnenuntergang. Eigentlich hatten wir damit gerechnet, dass es eher langweilig werden würde – stattdessen wurde es einer der schönsten Ausflüge der gesamten Reise.

So endete unsere einmonatige Reise durch Afrika – voller Kontraste, Abenteuer und unvergesslicher Momente, die uns tief berührt haben. Auch wenn wir erschöpft nach Hause zurückkehrten, wussten wir bereits auf dem Rückweg: Eines Tages werden wir wiederkommen wollen.

Unsere Tipps

Was man besuchen sollte: Die Hauptstadt Windhoek mit rund 400.000 Einwohnern wirkt sauber, gepflegt und überraschend entspannt. Nach der Ankunft braucht man meist etwas Zeit, um sich an den Linksverkehr zu gewöhnen – insbesondere an Kreuzungen. Nach wenigen Tagen fährt es sich jedoch ganz selbstverständlich. Sehenswert ist unter anderem die Christuskirche, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.

Die Küstenstadt Lüderitz und die nahe gelegene Geisterstadt Kolmanskop zählen zu den fotogensten Orten des Landes. Die ehemalige Diamantensiedlung wird langsam vom Wüstensand zurückerobert und bietet einzigartige Fotomotive. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch in den frühen Morgenstunden, wenn noch wenige Besucher unterwegs sind und das Sonnenlicht durch die Fenster der verlassenen Häuser fällt.

Der Fish River Canyon gilt als zweitgrößter Canyon der Welt nach dem Grand Canyon. Vor allem bei Sonnenuntergang entfaltet diese gewaltige Landschaft eine nahezu magische Atmosphäre.

Die Kalahari-Wüste, die als eine der ältesten Wüsten der Erde gilt, beeindruckt mit ihren tiefroten Dünen. Unterwegs lohnt sich ein Besuch des Quiver Tree Forest mit seinen außergewöhnlichen Köcherbäumen und den niedlichen Klippschliefern, die ein wenig an übergroße Meerschweinchen erinnern.

Die Namib-Wüste und Sossusvlei gehören zu den bekanntesten Naturwundern Namibias. Gewaltige Dünenlandschaften und spektakuläre Lichtstimmungen machen die Region zu einem Paradies für Fotografen. Besonders die Lehmpfanne Deadvlei mit ihren abgestorbenen Akazien zählt zu den bekanntesten Motiven des Landes.

Die Küstenorte Swakopmund und Walvis Bay liegen direkt am Atlantik und bieten ein angenehmes Kontrastprogramm zur Hitze des Landesinneren. Besucher kommen hier vor allem wegen Walbeobachtungen, Robbenkolonien und aufregenden Offroad-Touren durch die Dünen auf ihre Kosten. Besonders beliebt ist auch Sandboarding, bei dem man auf einem Brett die Dünen hinabgleitet.

Am Cape Cross befindet sich eine der größten Robbenkolonien Afrikas. Besucher sollten sich allerdings auf einen intensiven Geruch einstellen und die aktuellen Öffnungszeiten vorab prüfen.

Die Region Damaraland begeistert mit ihrer rot gefärbten Landschaft, uralten Felsgravuren, fossilen Baumstämmen und traditionellen Siedlungen der Himba. Selbst während der kühleren Jahreszeit kann es hier sehr heiß werden.

Die Salzpfanne Etosha Pan im Etosha National Park gehört zu den besten Orten Afrikas für Tierbeobachtungen. Die Tiere versammeln sich regelmäßig an den Wasserstellen, wodurch sich hervorragende Beobachtungsmöglichkeiten ergeben. Selbstfahrer können den Park auf eigene Faust erkunden, mit einem erfahrenen Guide steigen die Chancen auf außergewöhnliche Tierbegegnungen jedoch deutlich.

Die Region Kavango ist besonders für Bootsfahrten und Vogelbeobachtungen bekannt. Nach den spektakulären Wüstenlandschaften wirkt die Gegend fast entschleunigend und bietet eine willkommene Gelegenheit, die Reise in ruhiger Atmosphäre ausklingen zu lassen.

Namibia ist ein Land voller landschaftlicher Vielfalt. Wer genügend Zeit mitbringt, sollte möglichst viele Regionen bereisen – jede von ihnen hat ihren ganz eigenen Charakter.

Einschränkungen für Kinder: Für Familien ist Namibia grundsätzlich ein sehr gut geeignetes Reiseziel. Die meisten Aktivitäten können problemlos auch mit Kindern unternommen werden.

Lediglich bei Quad-Touren sollte man auf die Altersvorgaben achten. Kinder im Alter von sieben oder acht Jahren sind für das eigenständige Fahren dieser leistungsstarken Fahrzeuge noch zu jung. Auch Fahrten durch tiefe Sanddünen können durchaus abenteuerlich werden.

Aus gesundheitlicher Sicht gilt Namibia als vergleichsweise sicheres und gut entwickeltes Reiseland. Auf einen vollständigen Impfschutz und grundlegende Hygieneregeln sollte dennoch nicht verzichtet werden. Während der kühleren Monate, insbesondere im August, sind nur wenige Mücken unterwegs. Das Malariarisiko ist deutlich geringer als in vielen anderen Regionen Afrikas. Zudem kommen hier keine Tsetsefliegen vor – ein angenehmer Unterschied zu vielen Ländern im tropischen Afrika.

Ein wichtiger Hinweis für Familien: Führen Sie stets eine Kopie der Geburtsurkunden Ihrer Kinder mit sich. Diese kann bei der Einreise verlangt werden. Generell empfiehlt es sich, entsprechende Dokumente auf Reisen durch Afrika immer griffbereit zu haben.

Tipps zum Essen: Wer Namibia besucht, sollte die Gelegenheit nutzen, einige der landestypischen Wildspezialitäten zu probieren. Besonders empfehlenswert sind Gerichte vom Springbock, Kudu, Zebra, Strauß oder Krokodil. Diese Fleischsorten sind in Namibia weit verbreitet und bieten eine interessante kulinarische Abwechslung.

Eine regionale Spezialität sind geröstete Mopane-Würmer. Nicht jeder wird sich daran heranwagen, doch wer sie probiert, erlebt einen authentischen Einblick in die lokale Küche.

Beliebt ist außerdem gegrilltes Rindfleisch, das traditionell mit einer würzigen Gewürzmischung serviert wird. Auch Gerichte aus Rinderpansen gehören vielerorts zur regionalen Küche.

Als Beilage wird häufig sogenannter „Fat Cake“ gereicht – ein frittierter Teig, der geschmacklich und von der Konsistenz her an einen herzhaften Krapfen erinnert.

An der Küste sollten Besucher unbedingt frischen Fisch und Meeresfrüchte genießen. Dank der Lage am Atlantik kommen diese besonders frisch auf den Teller und werden vielerorts hervorragend zubereitet.

Was man vermeiden sollte: Nach Möglichkeit nicht bei Dunkelheit fahren. Tagsüber sind die Straßen deutlich sicherer. Wenn jemand Ihr Fahrzeug bewacht, ist ein kleines Trinkgeld üblich und wird geschätzt. In Nationalparks sollten Sie Ihr Fahrzeug ausschließlich an ausgewiesenen Stellen verlassen. Drohnenflüge sind genehmigungspflichtig und sollten nur entsprechend der geltenden Vorschriften durchgeführt werden. Auf Sandpisten oder am Strand niemals mit voll aufgepumpten Reifen fahren. In der Nähe von Robbenkolonien genau darauf achten, wohin man tritt – die Gerüche halten sich erstaunlich lange an Schuhsohlen. Paviane nicht unterschätzen. Sie sind intelligent, neugierig und können sehr durchsetzungsfähig sein. Für eine Rundreise empfiehlt sich unbedingt ein geländegängiges 4x4-Fahrzeug. Mit einem normalen Pkw können manche Strecken schnell zur Herausforderung werden.

Namibia ist ein faszinierendes Reiseland, in dem sich afrikanische Lebensart und das historische Erbe der deutschen Kolonialzeit auf besondere Weise begegnen. Atemberaubende Wüstenlandschaften, beeindruckende Tierwelten, charmante Küstenorte und eine überraschend gute touristische Infrastruktur machen Namibia zu einem außergewöhnlichen Reiseziel.

Wer authentisches Afrika erleben möchte, ohne auf Komfort verzichten zu müssen, findet hier eine der abwechslungsreichsten und eindrucksvollsten Destinationen des Kontinents. Namibia ist kein Land für Eile – sondern eines, das man mit Zeit, Neugier und offenen Augen entdecken sollte.

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