Hawaii – Im Flow des Insel-Lebens
Der Archipel im Pazifischen Ozean ist bekannt für seine atemberaubende Natur, seine bewegte Geschichte und seine einzigartige Kultur. Seit 1959 ist Hawaii der 50. Bundesstaat der USA und ein beliebtes Reiseziel für Besucher aus aller Welt. Die Geschichte Hawaiis ist geprägt von bedeutenden Ereignissen – allen voran dem Angriff auf Pearl Harbor im Jahr 1941, der den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg auslöste.
Interessantes über Hawaii
Inseln
Hawaii besteht aus acht Hauptinseln: Hawaii (auch „Big Island“ genannt), Maui, Oʻahu, Kauaʻi, Molokaʻi, Lānaʻi, Niʻihau und Kahoʻolawe. Jede Insel hat ihren ganz eigenen Charakter und bietet unterschiedliche Landschaften. Aufgrund ihres vulkanischen Ursprungs findet man hier nicht nur traumhafte Strände, sondern auch beeindruckende Vulkane – einige davon noch aktiv.
Die schnellste Art, zwischen den Inseln zu reisen, ist per Flugzeug. Mehrere regionale Airlines wie Hawaiian Airlines, Mokulele Airlines oder Southwest Airlines verbinden die wichtigsten Inseln regelmäßig. Zwischen einzelnen Inseln – etwa Maui und Lānaʻi oder Molokaʻi – verkehren auch Fähren.
Am flexibelsten ist man jedoch mit einem Mietwagen unterwegs. Die meisten Inseln verfügen über gut ausgebaute Straßennetze, die zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten führen. Daher lohnt es sich, die Reise im Voraus gut zu planen – jede Insel bietet etwas ganz Besonderes.
OʻAHU -Heimat der Hauptstadt Honolulu, des berühmten Waikīkī Beach, von Pearl Harbor und des Vulkankraters Diamond Head. Oʻahu verbindet urbanes Leben mit spektakulärer Natur – etwa an der North Shore, bekannt für ihre riesigen Wellen. Ideal für alle, die es lebendig mögen.
MAUI -Bekannt für traumhafte Strände, das ʻĪao Valley und den Haleakalā-Nationalpark mit spektakulären Sonnenaufgängen über dem Krater. Die berühmte Hana Road bietet unvergessliche Ausblicke. Insgesamt eine eher entspannte Insel.
BIG ISLAND -Hier erwarten dich aktive Vulkane im Hawaii Volcanoes National Park, schwarze Sandstrände und extreme landschaftliche Vielfalt – vom Regenwald bis zur Lavawüste. Auch der Mauna Kea liegt hier – der höchste Berg der Welt, gemessen vom Meeresboden, perfekt für Sternbeobachtung.
KAUAʻI -Die „Garteninsel“ besticht durch üppige Vegetation und spektakuläre Landschaften wie die Nā Pali Coast oder den Waimea Canyon.
MOLOKAʻI -Eine ruhigere, ursprünglichere Insel mit beeindruckenden Steilklippen und authentischer Atmosphäre.
LĀNAʻI -Klein, exklusiv und bekannt für luxuriöse Resorts sowie unberührte Natur.
NIʻIHAU & KAHOʻOLAWE -Kaum zugänglich für Touristen. Niʻihau ist privat, Kahoʻolawe unbewohnt und wird hauptsächlich für Forschungszwecke genutzt.
Surfen
Surfen ist auf Hawaii weit mehr als nur ein Sport – es ist ein Lebensgefühl und tief in der Kultur verwurzelt. Die besten Spots für erfahrene Surfer liegen an der North Shore von Oʻahu, etwa Pipeline, Waimea Bay oder Sunset Beach. Im Winter erreichen die Wellen hier Höhen von bis zu neun Metern.
Auch Maui bietet Top-Spots wie Honolua Bay und Ho‘okipa Beach. Auf Big Island ist Banyans besonders beliebt.
Für Anfänger eignen sich Orte wie Waikīkī Beach (Oʻahu), Hanalei Bay und Poʻipū Beach (Kauaʻi) oder Kahaluu Beach Park (Big Island). Hier findet wirklich jeder die passende Welle.
Traditionelle Kultur
Die Hawaiianer verfügten ursprünglich über keine Schriftsprache, weshalb Geschichten, Legenden und Gesetze mündlich überliefert wurden. Häufig geschah dies durch Gesänge (Mele) und Tänze (Hula), die eine zentrale Rolle bei der Bewahrung des kulturellen Gedächtnisses und der Traditionen spielten. Auch die Religion nahm in der hawaiianischen Kultur einen bedeutenden Stellenwert ein. Die Hawaiianer verehrten zahlreiche Götter und Göttinnen, die verschiedene Bereiche der Natur und des menschlichen Lebens beherrschten.
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der traditionellen hawaiianischen Kultur war die Tätowierungskunst. Tätowierungen waren unter den alten Polynesiern weit verbreitet, und die hawaiianischen Tattoos sind Teil der größeren polynesischen Tradition. Tätowierungen erfüllten auf Hawaii mehrere Funktionen: Sie spiegelten den gesellschaftlichen Status wider – je höher die Stellung einer Person, desto aufwendiger und kunstvoller waren die Tätowierungen gestaltet. Darüber hinaus dienten sie dem spirituellen Schutz, sollten vor bösen Geistern bewahren und Stärke verleihen. Ebenso erzählten sie Familiengeschichten und stellten familiäre Beziehungen sowie die Herkunft dar. Eine weitere wichtige Symbolik bezog sich auf persönliche Erfolge und Fähigkeiten, beispielsweise Jagd- oder Kampfkünste.
Traditionelle hawaiianische Tätowierungen bestehen aus unterschiedlichen Mustern und Symbolen mit jeweils spezifischer Bedeutung, darunter geometrische Formen, Tiermotive und Elemente aus der Natur.
Grundsätzlich lassen sich zwei Tätowierungsmethoden unterscheiden. Die ursprüngliche, traditionelle Technik basierte auf Werkzeugen aus Knochen, Zähnen oder Holz, die in natürliche Farbstoffe aus Pflanzen oder Ruß getaucht wurden. Diese Werkzeuge, bekannt als „Molī“, wurden mithilfe eines kleinen Schlägels verwendet, um die Muster durch rhythmische Schläge in die Haut einzuarbeiten. Der Vorgang war häufig schmerzhaft und sehr zeitintensiv, was die Bedeutung der Tätowierungen zusätzlich unterstrich.
Die zweite Methode ist die heute verbreitete moderne Tätowiertechnik. Tätowierungen waren früher ein äußerst komplexer Bestandteil der Kultur und trugen stets die persönliche Geschichte ihres Trägers in sich.
Unsere Reise nach Hawaii
Reisedauer:18 Tage (Kinder im Alter von 5 und 3,5 Jahren, zusätzlich reiste noch ein weiteres 3-jähriges Kind sowie eine schwangere Mitreisende mit uns.)
Unterkünfte:
Maui – Outrigger Kāʻanapali Beach Resort
Big Island – Grand Naniloa Hotel Hilo
Oʻahu – Prince Waikiki
Restaurants:Wir erinnern uns zwar nicht mehr an die Restaurantnamen – aber eines wissen wir sicher: überall gab es großartige Poke Bowls.

Unsere Hawaii-Reise begann – wie so oft – ganz gemütlich zu Hause: mit einer Landkarte, dem Laptop und endlosem Googeln. Welche Inseln lohnen sich wirklich? Welche verschiebt man lieber auf später? Und wie lässt sich das alles überhaupt mit Weihnachten vereinbaren? Am Ende entschieden wir uns für die volle Variante – alle vier Hauptinseln. Wenn schon, denn schon.
Wir reisten über die Weihnachtsfeiertage an und wurden direkt nach der Landung von einem typisch amerikanischen Weihnachtsgefühl empfangen: blinkende Rentiere, Weihnachtsmänner in Shorts und Palmen, die aussahen, als kämen sie direkt aus einem Hochglanzkatalog. Alles funkelte, leuchtete und roch nach Zimt. Und ehrlich gesagt? Manchmal fühlte es sich eher nach Florida als nach Hawaii an. Fast-Food-Ketten, riesige Einkaufszentren und die allgegenwärtige amerikanische Kultur nahmen dem tropischen Traum stellenweise etwas von seiner Magie. Doch dann begegnet man einem echten Hawaiianer – groß, tätowiert, mit Blumenkranz und einem herzlichen Lächeln – und plötzlich stimmt die Welt wieder.
Zwischen den Inseln waren wir mit einem Mietwagen unterwegs – die wohl beste Art zu reisen, wenn man unabhängig bleiben und sich nach niemandem richten möchte. Unser erster Stopp war Maui. Eine Insel, in die wir uns sofort verliebt haben. Ruhe, Gelassenheit, beeindruckende Natur und genau dieses Gefühl von „echtem Hawaii“, das wir uns immer vorgestellt hatten. Natürlich machten wir auch eine Walbeobachtungstour – in der Vorstellung unglaublich romantisch, in der Realität jedoch eher so, dass die Wale so weit entfernt waren, dass man auf dem Boot statt begeisterter Rufe eher Kommentare hörte wie: „Das soll’s gewesen sein? Wirklich?“ Aber auch das gehört eben dazu.
Danach ging es weiter auf Big Island – eine Insel, die anfangs etwas rau und abweisend wirkte. Überall schwarzer Lavasand, zerklüftete Küsten und das Gefühl, dass die Natur hier keine Zeit für Dekoration hatte. Und trotzdem ist sie uns ans Herz gewachsen – vor allem wegen ihrer beeindruckenden vulkanischen Landschaften. Wir fuhren sogar hinauf auf den Mauna Kea – allerdings ohne Kinder und ohne unsere schwangere Mitreisende, denn diese Höhenlage ist definitiv nichts für jeden. Oben erwarteten uns Kälte, absolute Stille und eine leichte Höhenkrankheit. Dieses seltsame Gefühl, als hätte man auf nüchternen Magen einen Drink zu viel erwischt. Nachdem wir uns etwas akklimatisiert hatten, packten wir den Drohnenkoffer aus – ja, mitten im Nationalpark, und ja, wir wissen natürlich, dass man das eigentlich nicht darf. Aber nur mit Erinnerungen nach Hause fahren? Das wollten wir dann doch nicht. Für etwa fünfzehn Minuten blieben wir unentdeckt, dann tauchte plötzlich ein Ranger auf. Statt einer Strafe machte er ein Foto mit uns und meinte nur schmunzelnd: „Hier wirklich besser nicht.“ Danach verschwanden wir lieber auch ziemlich schnell wieder.
Von Big Island flogen wir weiter nach Oahu – die Insel, auf der das Leben pulsiert. Vielleicht sogar ein bisschen zu sehr. Honolulu ist ohne Frage wunderschön, mit traumhaften Stränden und großartigen Ausblicken, doch der Trubel und die Menschenmassen waren uns stellenweise fast zu viel. Natürlich wollten wir auch den berühmten Hoʼomaluhia Botanical Garden besuchen, den man gefühlt täglich auf Instagram sieht. Die Realität sah allerdings etwas anders aus: Mit dem Auto anhalten? Verboten. Aussteigen und fotografieren? Ebenfalls verboten. Also haben wir die Regeln zumindest kurz gedehnt – einer sprang schnell aus dem Wagen, machte ein paar Fotos und saß Sekunden später wieder drin. Keine großen Rebellen, aber ein paar Erinnerungsbilder mussten einfach sein.
Und wenn man schon im Paradies der Surfer ist, muss man ihnen zumindest einmal zuschauen. Wir fanden einen Strand voller Surfer – und es war beeindruckend. Wie sie sich auf den Wellen hielten, fast mit dem Ozean tanzten … absoluter Respekt. Wir wären vermutlich schneller unter dem Brett gelandet als darauf. Aber wenn man schon keine Surfer sind, kann man wenigstens Taucher sein – und das sind wir tatsächlich. Deshalb stand auch ein Ausflug zu den Haien fest auf dem Programm. In den Käfig wagten sich allerdings nur die mutigen Männer unserer Reisegruppe. Die Damen blieben sicher an Bord und fotografierten das Ganze lieber aus der Distanz. Das Ergebnis: großartige Aufnahmen und ein Erlebnis, das man garantiert nie vergisst.
Zum Abschluss unserer Reise hoben wir uns Kauai auf – eine Insel, die uns trotz des kurzen Aufenthalts vollkommen verzauberte. Diese sanften grünen Berge, die nebelverhangenen Bergrücken und Landschaften, die aussahen wie direkt aus Jurassic Park … einfach ein Traum. Wahrscheinlich war Kauai der landschaftlich schönste Ort unserer gesamten Reise.
Und das Wetter? Nun ja – Ende Dezember ist Hawaii nicht automatisch gleichbedeutend mit Sonnenschein. Tatsächlich hatten wir insgesamt vielleicht zwei wirklich sonnige Tage. Aber gestört hat uns das eigentlich überhaupt nicht. Wenn man ohnehin ständig unterwegs ist, neue Orte entdeckt, herumklettert und fotografiert, werden Wolken eher zu Begleitern als zu einem Problem. Nur mit der Bräune hat es am Ende leider nicht ganz so geklappt.
Aloha, Hawaii. Du warst wunderschön. Nicht perfekt – aber genau deshalb so echt.
Unsere Tipps
Was man besuchen sollte: Bei einer Reise nach Hawaii sollte man sich den höchsten Berg der Inselgruppe, den Mauna Kea, auf keinen Fall entgehen lassen. Ebenso gehören der Hawaiʻi Volcanoes National Park sowie mindestens ein berühmter Surferstrand unbedingt zum Pflichtprogramm – entweder wagt man sich selbst aufs Brett oder beobachtet einfach die Profis in den Wellen. Auch die Unterwasserwelt Hawaiis ist beeindruckend, weshalb sich Schnorcheln hier definitiv lohnt. Nicht zuletzt sollte man auch die Gedenkstätte von Pearl Harbor besuchen.
Grundsätzlich lohnt es sich sehr, möglichst mehrere Inseln zu bereisen und nicht nur eine oder zwei davon zu besuchen – schließlich befindet man sich mitten im Pazifik, und jede Insel hat ihren ganz eigenen Charakter.
Einschränkungen für Kinder: Besondere Einschränkungen für Kinder sind uns kaum begegnet. Die meisten Sehenswürdigkeiten und Nationalparks sind gut mit dem Auto erreichbar oder können vom Parkplatz aus bequem zu Fuß besucht werden. Lediglich der Besuch des Gipfels des Mauna Kea ist für Kinder sowie Schwangere nicht geeignet, da dort Höhenkrankheit auftreten kann. Immerhin liegt der Gipfel auf 4.205 Metern Höhe, und selbst gesunden Erwachsenen kann dort schnell schwindelig oder übel werden.
Für Kinder können außerdem die teilweise sehr starken Wellen problematisch sein, weshalb man besser Strände mit ruhigerem Wasser auswählen sollte.
Tipps zum Essen: Poke Bowl, Poke Bowl und noch einmal Poke Bowl – unbedingt überall probieren und in möglichst vielen Variationen. Dieses typisch hawaiianische Gericht besteht aus Reis, verschiedenem frischem Gemüse sowie frischem oder mariniertem Fisch und ist einfach perfekt für warme Tage.
Was man vermeiden sollte: Keine Drohnenflüge auf dem Mauna Kea oder in anderen Nationalparks – selbst wenn man denkt, dass einen niemand sieht und man damit durchkommt: tut man nicht. Früher oder später steht der Ranger neben einem.
Bei der Haibeobachtung sollte man außerdem keine Kamera an einer Stange Richtung Wasser halten, wenn diese am Handgelenk befestigt ist. Es besteht durchaus die Gefahr, dass ein Hai nach der Kamera schnappt und einen dabei mit ins Wasser zieht – und genau das möchte man definitiv nicht, wenn dutzende Haie um das Boot kreisen.
Und da Hawaii zu den USA gehört, sollte man auch beim Whale Watching keine allzu großen Erwartungen haben. Aufgrund amerikanischer Gesetze dürfen sich Boote Walen mit laufendem Motor nicht auf weniger als 100 Meter nähern. Dadurch beobachtet man diese faszinierenden Tiere oft nur aus der Ferne mit dem Fernglas, was den Gesamteindruck etwas schmälert. Nur selten kommt ein Wal von selbst nah an ein stehendes Boot heran.
Hawaii ist ein einzigartiger Ort, der spektakuläre Natur mit einer faszinierenden Geschichte und Kultur verbindet. Ganz gleich, ob man Abenteuer sucht, entspannen möchte oder neue Eindrücke sammeln will – Hawaii bietet Erlebnisse, die man nie vergisst. Trotz kleiner Herausforderungen bleibt Hawaii eines der schönsten und faszinierendsten Reiseziele der Welt und begeistert Besucher immer wieder mit seiner Gastfreundschaft und seinem besonderen Zauber.
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