Färöer Inseln– Das Paradies der Schafe
Willkommen auf den Färöern – einem faszinierenden nordischen Inselreich mit kühlem Klima und unberührter Natur. Die Inselgruppe liegt im Nordatlantik, etwa auf halber Strecke zwischen Schottland und Island, und ist bekannt für ihre endlosen grünen Landschaften, steilen Klippen und ihren artenreichen Naturraum. Die Färöer sind ein autonomer Teil des Königreichs Dänemark und bestehen aus 18 Hauptinseln sowie zahlreichen kleineren Inseln und Schären. Gemeinsam bilden sie eine einzigartige und malerische Region, die zu den eindrucksvollsten Landschaften Europas zählt.
Interessantes über die Färöer
Atemberaubende Natur
Der Name Färöer bedeutet übersetzt „Schafsinseln“ – und das aus gutem Grund: Auf den Inseln leben mehr Schafe als Menschen. Die Landschaft ist überwiegend von Weideflächen geprägt, auf denen sich saftig grüne Wiesen mit beeindruckenden Klippen abwechseln, die steil ins Meer abfallen. Dieser einzigartige Kontrast bietet zahlreichen Vogelarten einen idealen Lebensraum, darunter auch den ikonischen und besonders beliebten Papageitaucher. Für Outdoor-Enthusiasten sind die Färöer ein wahres Paradies für Wanderungen. Mit dem Auto sind nur einige der größeren Inseln erreichbar. Diese sind durch Tunnel, Brücken oder Dammstraßen miteinander verbunden. Die übrigen Inseln können per Fähre oder Hubschrauber erreicht werden. Die Einwohner leben in enger Verbundenheit mit der Natur, und das Leben verläuft hier spürbar ruhiger als in vielen anderen Teilen Europas. Traditionelle Stein- und Holzhäuser mit begrünten Dächern verleihen den Inseln ihren unverwechselbaren Charme und ihre besondere Authentizität.
Kulinarische Erlebnisse
Die färöische Küche ist ebenso authentisch wie die Landschaft selbst. Zu den Nationalgerichten gehört unter anderem Skerpikjøt – luftgetrocknetes Hammelfleisch, das durch die traditionelle Trocknung im Wind seinen unverwechselbaren Geschmack erhält. Auch getrockneter Fisch, insbesondere Kabeljau oder Hering, ist sehr beliebt und wird häufig mit Butter serviert. Selbst der Papageitaucher kann gelegentlich auf der Speisekarte stehen. Darüber hinaus spielt der Walfang auf den Färöern bis heute eine Rolle. Jedes Jahr werden bei der traditionellen Jagd, dem sogenannten Grindadráp, mehrere Hundert Grindwale erlegt. Während diese Praxis heutzutage insbesondere von Tierschutzorganisationen stark kritisiert und vielfach als barbarisch angesehen wird, betrachten viele Färinger sie als Tradition und wichtigen Bestandteil ihrer Kultur. Die Tiere werden dabei nicht zum Vergnügen gejagt. Von den Grindwalen wird nahezu alles verwertet – vom Fleisch über den Speck bis hin zu den Innereien. Das gewonnene Fleisch wird größtenteils nicht verkauft, sondern innerhalb der lokalen Gemeinschaften verteilt und unter den Einwohnern aufgeteilt.
Unsere Reise auf die Färöer
Reisedauer: 3 Nächte – Mai 2018 (ohne Kinder)
Unterkunft: Gästehaus am Stadtrand von Tórshavn
Restaurants:
KOKS (derzeit geschlossen)
THE TARV Grillhouse - Tórshavn
Angus Steakhouse - Klaksvík

Auf die Färöer reisten wir allein, ohne Kinder. Das war eine bewusste Entscheidung – damals waren sie noch klein, konnten keine langen Strecken laufen, und mit einem Kinderwagen wäre die Reise eher ein Albtraum als ein Urlaub geworden. Schon im Vorfeld war uns klar, dass das Gelände nicht gerade familienfreundlich ist: Wanderungen führen oft lediglich über Wiesen, die matschig, uneben und ohne erkennbare Wege sind. Wenn dann noch Nebel, Regen und das ständig wechselnde Wetter dazukommen, wird schnell klar, dass es für einen Familienurlaub noch nicht der richtige Zeitpunkt war.
Die Inseln erkundeten wir mit dem Auto. Das gab uns die Freiheit, die Inseln Vágar, Streymoy, Eysturoy, Borðoy und Viðoy kennenzulernen. Die Tunnel dort sind nicht mit denen bei uns zu vergleichen – sie wirken eher roh in den Fels gehauen und sind teilweise nur einspurig. Auch die Insel Mykines mit ihrer größten Papageitaucherkolonie wollten wir besuchen, doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Trotzdem hatten wir Glück und konnten während einiger Wanderungen einige dieser wunderschönen Vögel beobachten. Dafür waren Schafe überall anzutreffen – oft sogar mitten auf der Straße. Man fuhr also eher in ihrem Tempo als im eigenen.
Auf Vágar, der Insel mit dem internationalen Flughafen, wurden wir vom wilden Wasserfall Múlafossur begrüßt. Der Wind war so stark, dass das Wasser in alle Richtungen verweht wurde, während uns der Regen ins Gesicht peitschte. Als sich das Wetter etwas beruhigte, machten wir uns auf den Weg zum See Sørvágsvatn. Die Wanderung führte über rund acht Kilometer hin und zurück und war stellenweise durchaus anspruchsvoll. Doch die Aussicht vom Aussichtspunkt Trælanípa war jede Anstrengung wert: Der See schien direkt am Rand der Klippen zu schweben, während tief darunter der Atlantik lag – ein Anblick, den man nie vergisst.
Von einem Hafen aus unternahmen wir außerdem eine Bootsfahrt entlang der Küste. Im Fjord war die Fahrt noch angenehm und ruhig, doch sobald das Boot das offene Meer erreichte, wurde daraus ein echtes Abenteuer. Die Wellen waren zwar nicht besonders hoch, aber kräftig genug, um das Boot von einer Seite zur anderen zu werfen. Plötzlich konzentrierten wir uns mehr darauf, unsere Kameras trocken zu halten und selbst auf den Beinen zu bleiben, als auf die Vögel an den Klippen. Romantisch war das nicht gerade – eher eine kleine Horrorfahrt. Aber wir kamen wohlbehalten zurück. Anschließend fuhren wir noch mit dem Auto nach Bøur, wo direkt neben der Straße ein kleiner Wasserfall den Hang hinunterfließt.
Auf der Insel Streymoy, auf der auch die Hauptstadt Tórshavn liegt, hatten wir unsere Unterkunft. Die kleine Hafenstadt wirkt gemütlich, die Häuser sind farbenfroh, Touristen gibt es nur wenige, und wenn die Sonne scheint, fühlt man sich beinahe wie in einem Märchen. Im Norden der Insel besuchten wir das Dorf Saksun mit seinen gerade einmal zehn Einwohnern, einer kleinen Kirche und den typischen Häusern mit Grasdächern. Ein Ort wie aus einer Postkarte.
Und weil auch eine Reise kulinarische Höhepunkte haben sollte, gönnten wir uns ein Abendessen im KOKS, einem damals mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurant. Mitten im Nirgendwo, an einem Ort, an dem kaum etwas wächst, wurden uns unter anderem Papageitaucher, getrockneter Kabeljau und Butterschaum serviert. Ein außergewöhnliches Erlebnis – auch wenn das Restaurant heute nicht mehr auf den Färöern betrieben wird und nach Grönland umgezogen ist.
Auf Eysturoy fuhren wir bis in den Norden zur Ortschaft Gjógv, die für ihre gleichnamige Felsschlucht bekannt ist. Hoch oben auf den Klippen zu stehen und zu beobachten, wie die Wellen gegen die Küste der gegenüberliegenden Insel schlagen, war beeindruckend.
Borðoy durchquerten wir lediglich, doch ein Stopp in Klaksvík, der zweitgrößten Stadt der Färöer, lohnte sich. Ein Burger und ein Steak im Angus Steakhouse kamen gerade recht. Übrigens ist Borðoy erst seit 2006 durch einen Tunnel mit Eysturoy verbunden.
Auf Viðoy, der letzten Insel unserer Reise, führt nur eine Straße rund um die Insel. Wir fuhren gemütlich entlang, hielten immer wieder an Fjorden an, bewunderten die steilen Klippen und genossen die Ruhe. Danach ging es zurück nach Tórshavn.
Wir verbrachten nur wenige Tage auf den Färöern, versuchten aber, jede Minute bestmöglich zu nutzen. Es sind Inseln, die einen tief berühren – selbst dann, wenn man bis auf die Haut durchnässt wird.
Unsere Tipps
Was man besuchen sollte: Versäumen Sie auf keinen Fall das malerische Dorf Saksun, den am Klippenrand gelegenen See Leitisvatn (Sørvágsvatn) sowie den beeindruckenden Wasserfall Múlafossur. Wenn sich die Gelegenheit bietet, sollten Sie zwischen Mai und August auch einen Ausflug zur Insel Mykines unternehmen, auf der zahlreiche Papageitaucher nisten. Am schönsten sind diese Orte natürlich bei gutem Wetter.
Einschränkungen für Kinder: Viele Wanderwege führen lediglich über Wiesen, die oft uneben und aufgeweicht sind und weder befestigte Wege noch ausgetretene Pfade bieten. Für Kinderwagen oder kleinere Kinder sind solche Touren daher nur bedingt geeignet. Wer auf diese Wanderungen verzichtet, kann die Färöer jedoch problemlos auch mit Kindern jeden Alters bereisen.
Tipps zum Essen: Wenn Sie Hammel- und Lammfleisch mögen, sind Sie auf den Färöern genau richtig. Aber auch für alle anderen gibt es zahlreiche kulinarische Spezialitäten zu entdecken. Probieren Sie unbedingt den traditionellen Stockfisch, der häufig mit Butter serviert wird. Wenn sich die Gelegenheit bietet, können Sie auch Papageitaucher kosten. In Tórshavn empfehlen wir für das Mittagessen einen Besuch im THE TARV Grillhouse. Dort werden ausgezeichnete Baguettes mit verschiedenen Fleischsorten serviert.
Die Färöer bieten eine einzigartige Kombination aus beeindruckender Natur und traditioneller Lebensweise. Für alle, die Abenteuer suchen und zugleich fernab vom Trubel der Großstädte Ruhe und Erholung genießen möchten, sind diese „Schafsinseln“ ein ideales Reiseziel.
Weitere Fotos finden Sie unter Galerie - Färöer Inseln






