Südafrika - Afrika mit vielen Gesichtern
Südafrika gehört zu den vielfältigsten Ländern des afrikanischen Kontinents. Das Land bietet nicht nur wunderschöne Naturlandschaften, sondern auch eine reiche Geschichte, die bis heute in den Städten und im Alltag spürbar ist. Was Südafrika so besonders macht, ist seine unglaubliche Vielfalt: Hier kann man wilde Tiere auf Safari erleben, dramatische Küsten am Atlantischen und Indischen Ozean bewundern, die Weinregionen rund um Kapstadt entdecken, Berglandschaften genießen und pulsierende Städte voller Leben erleben.
Interessantes über Südafrika
Die Regenbogennation
Noch vor wenigen Jahrzehnten war Südafrika ein Land, das durch die unsichtbaren Mauern der Apartheid tief gespalten war – eines Systems, das seit 1948 weiße und schwarze Menschen strikt voneinander trennte und der Mehrheit der Bevölkerung grundlegende Menschenrechte verwehrte. Den Wandel brachte Nelson Mandela, der nach 27 Jahren im Gefängnis sein Leid in Vergebung zu verwandeln vermochte und 1994 zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes wurde. So entstand das „Land des Regenbogens“ – ein Symbol für Versöhnung und Hoffnung.Obwohl in Südafrika heute formal Gleichheit für alle gilt, bestehen wirtschaftliche und soziale Unterschiede weiterhin fort. Die weiße Minderheit lebt nach wie vor überwiegend unter besseren Bedingungen, während viele schwarze Gemeinschaften mit Armut zu kämpfen haben. Doch das Land verändert sich langsam: Die schwarze Mittelschicht wächst, es gibt immer mehr gemischte Familien, und die junge Generation wächst mit dem Glauben auf, dass die Zukunft tatsächlich so farbenfroh sein kann wie der Regenbogen, den Mandela einst verheißen hatte.
Im Schatten der Kriminalität
Südafrika, ein Land von atemberaubender Natur und kultureller Vielfalt, kämpft zugleich mit einer der höchsten Kriminalitätsraten der Welt. Die Gründe dafür reichen tief in die Vergangenheit: das Erbe der Apartheid, ausgeprägte soziale Ungleichheit, Armut, Arbeitslosigkeit und Misstrauen gegenüber den Institutionen haben ein Umfeld geschaffen, in dem Kriminalität für viele Menschen zur alltäglichen Realität gehört.
Am stärksten betroffen sind Großstädte wie Johannesburg, Pretoria, Durban und Kapstadt, wo Autodiebstähle, bewaffnete Überfälle und Einbrüche häufig vorkommen. Die Polizei registriert hier jährlich über 20.000 Morde und Hunderttausende Eigentumsdelikte. Einen scharfen Kontrast dazu bilden luxuriöse Viertel mit eingezäunten Häusern, die von privaten Sicherheitsdiensten geschützt werden, und gleich dahinter weitläufige Slums, sogenannte Townships, voller Staub, Müll und Wellblechhütten.
Obwohl die Lage ernst ist, ereignen sich die meisten Gewalttaten abseits der touristischen Routen, und mit der üblichen Vorsicht ist Reisen in der Regel sicher. Die Regierung und lokale Gemeinschaften bekämpfen die Kriminalität mit Nachbarschaftswachen, modernen Sicherheitssystemen und Jugendprogrammen. So bleibt Südafrika ein Land großer Gegensätze – ein Land, in dem die Schönheit von Bergen und Ozeanen auf die Schatten der Kriminalität trifft, während Hoffnung und der Wille zur Veränderung weiterbestehen.
Das Land der tausend Landschaften
Südafrika ist ein Land unglaublicher Kontraste, in dem Wüsten, Berge, Savannen, Weinberge und dramatische Küsten aufeinandertreffen. Im Osten erhebt sich das majestätische Drakensberg-Gebirge mit Wasserfällen, Bergwiesen und Felsmalereien der ursprünglichen Bewohner. Der Norden des Landes gehört der wilden Natur des Kruger-Nationalparks, wo man die „Big Five“ beobachten kann – Löwen, Elefanten, Leoparden, Nashörner und Büffel –, oft buchstäblich nur wenige Meter vom Auto entfernt.
Die westlichen Regionen Kalahari und Karoo bieten Stille, roten Sand und einen legendären Sternenhimmel, der zu den klarsten der Welt zählt. Im Süden prägt die Kap-Halbinsel mit ihrem ikonischen Tafelberg, Pinguinkolonien und den dramatischen Klippen am Kap der Guten Hoffnung das Landschaftsbild. Nur wenige Fahrstunden entfernt schlängelt sich die berühmte Garden Route entlang – eine der schönsten Küstenstraßen der Welt –, auf der sich Eukalyptuswälder, Lagunen und türkisfarbene Buchten abwechseln.
Nicht zu vergessen sind die weitläufigen Weinberge rund um Stellenbosch und Paarl, in denen einige der besten Weine der Südhalbkugel entstehen. Südafrika ist kurz gesagt ein Mosaik aus Landschaften, die sich fast mit jedem Kilometer verändern – ein Land, in dem sich die Natur in all ihren Farben zeigt und jede Region ihre ganz eigene Geschichte erzählt.

Unsere Reise nach Südafrika
Reisedauer: 5 Wochen – Mai 2024, August/September 2024 (Kinder 8 und 9 Jahre alt)
Unterkünfte:
Iketla Lodge
Honey Guide Khoka Moya Tented Camp
La Kruger Lifestyle Lodge
Mogi Boutique Hotel
Rhino River Lodge
Umzolozolo Private Safari Lodge
Ocean View House
Ukutula Bush Lodge
Petite Provence
Sandals Guest House
Elephant Hide of Knysna
De Denne Country Guest House
und weitere …
Restaurants:
The Chubby Pig Eatery – Uitspanning
Hoedspruit Brewing Co. – Hoedspruit
Chokka Block – St. Francis Bay
Al Pescatore – Ballito
Den Anker – Kapstadt
Gold Restaurant – Kapstadt
Hussar Grill – Kapstadt
Beluga Cape Town – Kapstadt
Hard Rock Cafe – Kapstadt
Südafrika haben wir innerhalb eines Jahres gleich zweimal besucht – einmal Ende Mai/Anfang Juni und dann noch einmal Ende August/Anfang September. Obwohl wir mit gewissen Sicherheitsbedenken in das Land gereist sind, ist uns letztlich nichts Schlimmes passiert, und wir konnten dieses südlichste Land Afrikas in vollen Zügen genießen.
Beide Reisen ließen wir von einer Reiseagentur planen, sodass wir jedes Mal ein perfekt zusammengestelltes Programm mit allem Wichtigen und Interessanten hatten. In Südafrika fällt es schwer zu entscheiden, was man zuerst sehen möchte – vom Safari-Erlebnis über die wilde Küste zweier Ozeane bis hin zur modernen Schönheit der Städte. Hier ist einfach alles wunderschön.
In Südafrika herrscht Linksverkehr, und grundsätzlich fährt hier jeder selbst. Es ist nicht wie in Uganda, Tansania oder Kenia, wo man während der gesamten Reise von einem Fahrer begleitet wird – hier ist es eher wie beispielsweise in Namibia: Man reist auf eigene Faust. Am Anfang ist der Linksverkehr etwas abenteuerlich, besonders direkt nach der Ankunft, aber man gewöhnt sich relativ schnell daran. Der große Vorteil ist die völlige Freiheit und die Kontrolle über die eigene Zeit.
Aus Sicherheitsgründen wird davon abgeraten, nach Einbruch der Dunkelheit zu fahren. Einheimische Fahrer fahren häufig ohne Licht, manche stehen unter Alkoholeinfluss, und die Straßen sind stellenweise in sehr schlechtem Zustand. Nachtfahrten sind daher ziemlich riskant. Auch tagsüber muss man aufmerksam bleiben – in kleineren Städten überqueren Menschen oft die Straße, ohne auf den Verkehr zu achten. Leider wurden wir sogar Zeugen eines tödlichen Unfalls zwischen einem Fußgänger und einem Auto.
Touristen würden wir empfehlen, sich in nichts einzumischen und fremden Menschen nicht zu helfen – es könnte sich um eine Falle handeln, durch die man selbst Opfer einer Straftat werden kann. Wir sagen nicht, dass so etwas an jeder Ecke passiert, aber Vorsicht ist hier durchaus angebracht. Sollte es dennoch zu einem Überfall kommen, sollte man niemals Widerstand leisten und den Tätern alles geben, was sie verlangen.
Wir möchten niemandem Angst machen oder von einem Besuch dieses großartigen Landes abraten, aber es ist wichtig, sich der Realität bewusst zu sein. Uns ist zum Glück nichts passiert – wir haben verdächtige Orte gemieden, uns nicht unnötig mit fremden Menschen ins Gespräch verwickeln lassen und sind sofort weitergefahren, wenn irgendwo „Ärger in der Luft lag“.
Und jetzt kommen wir zu einem deutlich angenehmeren Teil unserer Reise – zur Safari.
Safari
Gerade in Südafrika hat man eine relativ hohe Chance, Afrikanische Wildhunde zu sehen. Auf unseren Reisen durch Uganda, Tansania, Kenia, Namibia und Botswana sind wir ihnen nie begegnet – erst hier hatten wir Glück. Vielleicht sind wir auch deshalb nach unserem ersten Besuch noch einmal zurückgekehrt: Beim ersten Mal gelang es uns nicht, sie zu sehen, doch auf der zweiten Reise hatten wir schließlich ein ganzes, großes Rudel direkt vor uns. Die Rückkehr hat sich also definitiv gelohnt.
Hier leben auch die stark bedrohten Nashörner. Anders als in manchen anderen Ländern werden ihnen in Südafrika zum Schutz häufig vorsorglich die Hörner entfernt, damit sie nicht zum Ziel von Wilderern werden. Jedes Land geht beim Schutz dieser Tiere etwas anders vor.
Safari-Fahrten finden meist früh am Morgen bis etwa 10 Uhr und dann wieder am späten Nachmittag bis zur Dämmerung statt, da die Tiere in der Mittagshitze am wenigsten aktiv sind und sich im Busch verstecken. Wir waren im Honeyguide Safari Tented Camp untergebracht, wo regelmäßig Elefanten zum Trinken an den Pool kamen. Wir hatten das Glück, sie bereits etwa eine Stunde nach unserer Ankunft zu sehen.
Es war ein unglaublich aufregendes Erlebnis, regungslos dazusitzen und diese Riesen dabei zu beobachten, wie sie nur wenige Meter von uns entfernt vorbeizogen. Ein Elefant kann sehr gefährlich sein, besonders ein älterer, allein lebender Bulle, der aus der Herde ausgeschlossen wurde und oft frustriert ist. Und genau zwei solcher Tiere tauchten bei uns gleichzeitig auf. Zum Glück verlief alles ruhig.
Eine Safari kann man entweder im Kruger-Nationalpark unternehmen, wo die meisten Besucher selbst fahren und die Chancen auf wirklich außergewöhnliche Sichtungen etwas geringer sind, oder in einem der privaten Wildreservate. Dort finden zweimal täglich Pirschfahrten mit einem Guide statt, der über Funk mit den anderen Guides in Kontakt steht. Man selbst kann sich einfach zurücklehnen und die Tierbeobachtungen genießen. Für uns war das eindeutig die beste Variante.
Wir haben gefühlt alles gesehen: Elefanten, Giraffen, Zebras, Schakale, Antilopen, Hyänen, Afrikanische Wildhunde, Leoparden, Löwen, Geparden, Breitmaulnashörner und sogar ein Spitzmaulnashorn, außerdem Geier, Adler, Strauße und Erdmännchen. Für Letztere ist die Gegend rund um Oudtshoorn ideal.
Straußenfarmen
In der Gegend rund um das Städtchen Oudtshoorn ist die Straußenzucht auf Farmen eine der wichtigsten Lebensgrundlagen der Einheimischen. Kein Wunder also, dass man auf den Speisekarten der Restaurants in der Umgebung vor allem Straußenfleisch findet und in den Geschäften zahlreiche Souvenirs rund um den Strauß. Wir besuchten die Highgate Ostrich Show Farm. Unsere Führerin war unglaublich witzig und erzählte uns viele interessante Dinge über Strauße. Wir durften sogar drei Tage alte Küken halten – oder besser gesagt kleine Jungvögel, denn Strauße wachsen unglaublich schnell. Für die Fleischproduktion werden sie spätestens im Alter von 16 Monaten geschlachtet, da das Fleisch später nicht mehr so zart und schmackhaft ist. Wenn Strauße verkauft werden, holt der Käufer sie bereits nach zehn Tagen ab.
Damit ein Strauß seine Nahrung richtig verdauen kann, muss er auch kleine Steine aufnehmen, die die Nahrung im Magen zermahlen. Ein Straußenei soll angeblich ein Gewicht von bis zu 140 kg tragen können. Wenn man ein solches Ei kocht, muss es mindestens zwei Stunden lang kochen, und vom Volumen her entspricht es ungefähr 24 Hühnereiern – geschmacklich soll es aber genau gleich sein.
Ein Strauß kann ein extrem gefährliches Tier sein. Er kann einen Menschen töten, indem er ihm mit seiner Kralle die Kehle aufschlitzt oder den Bauch aufreißt. Und wenn man sich auf den Boden legt, kann er einem die Knochen brechen. Weglaufen bringt nichts – der Strauß ist auf kurze Distanzen eines der schnellsten Tiere überhaupt und erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h. Die einzige Möglichkeit, sich vor einem Strauß in Sicherheit zu bringen, besteht darin, etwas zu finden, das höher ist als er – oder angeblich reichen auch Akazienzweige mit Dornen. Der Strauß hat nämlich große Angst um seine empfindlichen Augen, die durch die Dornen verletzt werden könnten.
Früher war Straußenfeder sehr wertvoll – ein Kilogramm hatte den Wert von einem Kilogramm Gold, weil sie die Hüte von Hofdamen in ganz Europa schmückten. Straußenleder ist nach Känguruleder das zweitfesteste Leder und ebenfalls sehr teuer. Es wird unter anderem für die Herstellung von Handtaschen der Marke Hermès verwendet.
Wenn Strauße ein Paar bilden, legt das Weibchen gewöhnlich jeden zweiten Tag ein Ei ins Nest. Sobald es insgesamt 15 Eier sind, beginnt es zu brüten – nicht, weil es zählen kann, sondern weil es das einfach spürt. Die Küken schlüpfen dann alle gleichzeitig, obwohl das erste Ei vielleicht einen Monat älter ist als das letzte. Stirbt bei einem Paar das Männchen, bleibt das Weibchen für immer allein. Stirbt hingegen das Weibchen, sucht sich das Männchen eine neue Partnerin. Vielleicht kanntet auch ihr diese Fakten über Strauße noch nicht – und wir hoffen einfach, dass unsere Führerin sich nichts ausgedacht und uns keinen Bären aufgebunden hat.
Garden Route
So nennt man die gesamte Route, die entlang der Küste von Durban bis nach Kapstadt führt und zu den malerischsten Küstenstrecken der Welt gehört.
Die Drakensberge bilden das höchste Gebirge Südafrikas und ziehen sich entlang der Grenze zu Lesotho. Sie sind bekannt für steile Felswände, tiefe Täler und wunderschöne Wasserfälle. Dank ihrer zahlreichen Wanderwege sind sie ein beliebtes Ziel für Touristen. Im August war jedoch leider alles sehr trocken, sodass nirgends Wasserfälle zu sehen waren.
Die Stadt Durban haben wir am Ende ausgelassen, weil sie uns überhaupt nicht angesprochen hat, und sind direkt weiter nach Salt Rock gefahren – und das war eine gute Entscheidung. Ein kleiner, gemütlicher Küstenort, der sehr angenehm war. Übernachtet haben wir in dem wunderbaren kleinen französischen Hotel Petite Provence – für uns ein absoluter Volltreffer. Das i-Tüpfelchen war das Abendessen im italienischen Restaurant Al Pescatore.
Ein weiteres wunderschönes Ziel an der Küste ist St. Francis Bay – mit Klippen, großen Wellen, einem bekannten Surfspot und einem luxuriösen Viertel, das in einer Bucht erbaut wurde und wie ein modernes Venedig wirkt, weil es dort viele Wasserkanäle gibt. Sehr empfehlenswert ist auch das Fisch- und Meeresfrüchterestaurant Chokka Block.
Weitere Orte, die einen Besuch wert sind, sind Knysna, Plettenberg Bay und der Vogelpark Birds of Eden. Dort sieht man Aras, Kakadus, Wellensittiche und auch die Knysna-Papageien aus nächster Nähe. Diese leben nur in Südafrika, vor allem in der Umgebung von Knysna, und gelten als Symbol der lokalen Natur. Besonders schön ist, dass der Park eigentlich eine riesige Voliere ist: Die Vögel fliegen frei umher, wohin sie möchten, und man kann sie oft aus nächster Nähe beobachten – ganz ohne störende Käfige. Einen Kakadu haben wir sogar gestreichelt, obwohl das verboten war. Aber er war einfach unwiderstehlich: Er hat sich richtig in Szene gesetzt und sich vor allem auch streicheln lassen.
Am südlichsten Punkt Afrikas liegt Kap Agulhas, wo auch zwei Ozeane aufeinandertreffen – der Indische und der Atlantische Ozean. Im August ist außerdem Saison der Südkaper, sodass die Chancen groß sind, Wale sogar vom Ufer aus zu sehen. Und tatsächlich: Wir haben sie mehrmals gesehen. Manchmal waren sie ziemlich weit entfernt, manchmal aber auch mit bloßem Auge gut zu erkennen. Für solche Momente ist eine Drohne ideal: Man kann ganz ruhig vom Ufer aus bis zur Walstelle fliegen und bekommt beeindruckende Aufnahmen.
Der letzte Ort vor Kapstadt, den wir definitiv empfehlen können, war Hermanus. Dort waren wir mehrmals beim Whale Watching und hatten jedes Mal Erfolg. Einmal waren die Wellen allerdings sehr hoch – und zum Glück blieben die Kinder an diesem Tag im Hotelzimmer und schliefen. Auf dem Rückweg wurde der Wellengang noch stärker, alle, die am Bug oder irgendwo draußen saßen, wurden nach innen geschickt, und die Hälfte der Touristen musste sich übergeben. Uns blieb die Seekrankheit zum Glück erspart, dafür hatten wir ein paar Mal – vielleicht auch öfter – Angst, ob das Boot überhaupt sicher in den Hafen zurückkommen würde. Andererseits haben wir dort zum ersten Mal Wale aus nächster Nähe springen sehen, denn bei Wellengang scheinen sie besonders aktiv zu sein und deutlich mehr herumzutollen.
Auf dem Weg nach Kapstadt kamen wir noch an zwei Orten vorbei: Betty’s Bay und Boulders Beach, wo große Kolonien Afrikanischer Pinguine leben. Ende Mai/Anfang Juni waren dort deutlich mehr Pinguine zu sehen, im August hingegen erheblich weniger. Ganz kurz vor den Toren Kapstadts und dem Ende der Garden Route liegt Muizenberg Beach – ein idealer Strand zum Surfen, der vor allem für seine bunten Umkleidehäuschen bekannt ist.
Kapstadt
Kapstadt gehört zu den schönsten Städten der Welt – es liegt zwischen dem Atlantik und dem majestätischen Tafelberg, der zusammen mit dem Lion’s Head die ikonische Kulisse der gesamten Küste bildet. Auf den Tafelberg gelangt man entweder zu Fuß oder mit der Seilbahn. Wir sind mit der Seilbahn hinaufgefahren, weil wir uns diesen Ort für den letzten Tag vor dem Abflug aufgehoben hatten. Von oben hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt, und überall springen Klippschliefer umher.
Ein großartiger Ort zum Entspannen, Spazierengehen oder Picknicken ist Signal Hill, von wo aus man ebenfalls herrliche Ausblicke auf die Stadt und den Tafelberg hat. An der V&A Waterfront herrscht eine lebendige Atmosphäre mit Geschäften, Restaurants und Blick auf die historische Gefängnisinsel Robben Island, auf der Nelson Mandela inhaftiert war. Die Insel erreicht man mit dem Boot, dort erwartet einen eine geführte Besichtigung.
Eine weitere markante Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Cape Town Stadium, das für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 erbaut wurde und heute vor allem für Rugby genutzt wird. Eines der farbenfrohsten und meistfotografierten Viertel ist Bo-Kaap. Es liegt an den Hängen des Signal Hill und ist bekannt für seine Häuser in leuchtenden Farben und seine gepflasterten Gassen. Ehrlich gesagt wollten wir unbedingt Fotos von diesem Ort machen, aber selbst um 10 Uhr morgens hatten wir Angst, dort mit dem Auto anzuhalten – geschweige denn auszusteigen. Deshalb sind wir lieber nur kurz durch das Viertel gefahren und direkt wieder weiter.
Ein besonderes Erlebnis war auch unser Abendessen im Gold Restaurant. Beim Platznehmen erhalten die Gäste Trommeln, serviert wird ein Degustationsmenü aus allen Ecken Afrikas, und alles, was einem besonders gut schmeckt, kann man nachbestellen. Das Abendessen wird von live gespielter afrikanischer Musik und Tänzen begleitet. Außerdem kann man sich dort afrikanische Muster ins Gesicht malen lassen. Kurz gesagt: ein Fest für alle Sinne.
Etwa eineinhalb Autostunden von Kapstadt entfernt liegt das Kap der Guten Hoffnung. Ein beeindruckender Ort mit Blick auf die felsige Küste, die sich tief in den Ozean hineinschneidet. Vom Parkplatz aus ist es zwar ein kleiner Aufstieg bergauf, aber die Aussicht ist wunderschön und lohnt sich auf jeden Fall. Am besten nimmt man eine Drohne mit und macht an einem ruhigen Ort ohne Menschen großartige Aufnahmen.
Eswatini
Auf unserer Reise durch Südafrika fuhren wir auch durch das Königreich Eswatini, früher Swasiland, und übernachteten dort einmal. Es ist ein kleines Königreich zwischen Südafrika und Mosambik, ideal für zwei bis vier Tage „Slow Travel“ mit kurzen Fahrstrecken, günstigen Unterkünften und einer freundlichen Atmosphäre. Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von Mai bis September. Gefahren wird links, und überall werden neben dem Lilangeni auch südafrikanische Rand akzeptiert.
Bei normaler Vorsicht ist das Land sicher, die Straßen sind ordentlich und die Nationalparks überschaubar. Eswatini ist damit eine wunderbare, ruhigere „Mini-Version Afrikas“ in Reichweite des Kruger-Nationalparks und der Drakensberge. Das Einzige, was etwas nerven kann, ist die Grenzkontrolle. Man muss etwa vier verschiedene Schalter durchlaufen und bekommt an jedem einen Stempel oder eine Bestätigung. Wahrscheinlich müssen die Beamten irgendwie beschäftigt werden – einen anderen Sinn haben wir darin nicht gesehen. Zum Glück standen wir nicht in einer Schlange, sonst wären wir vermutlich heute noch dort.
Wir haben uns auch traditionelle Stammestänze angesehen und ein altes Dorf besucht, in dem gezeigt wird, wie die Menschen in Afrika früher gelebt haben – und an manchen Orten vielleicht sogar noch heute leben.
Unsere Tipps
Was man besuchen sollte: Besuchen Sie unbedingt mindestens ein, besser aber mehrere private Wildreservate, unternehmen Sie eine Wanderung in den Drakensbergen, fahren Sie in Hermanus mit dem Boot zum Whale Watching hinaus, und auf keinen Fall sollten auf Ihrer Reise Kapstadt und ein Besuch des Tafelbergs fehlen.
Einschränkungen für Kinder: Auf keinerlei Einschränkungen sind wir in Südafrika gestoßen. Wir empfehlen jedoch, Kopien der Geburtsurkunden mitzunehmen.
Tipps zum Essen: Probieren Sie unbedingt Straußenfleisch, gönnen Sie sich an der Küste frische Meeresfrüchte und – wie so oft in Afrika – die ausgezeichneten cremigen Gemüsesuppen, die es fast überall gibt. Besonders gute Hotdogs hatten wir bei Hoedspruit Brewing Co.
Was man vermeiden sollte: Achtung auf der N2 im Abschnitt zwischen Durban und East London bzw. Port Elizabeth. Über weite Strecken handelt es sich nur um eine einspurige Straße mit ziemlich beschädigter Fahrbahn, teilweise gab es dort praktisch nicht einmal Asphalt. Planen Sie für diese Strecke daher mehr Zeit ein, als beispielsweise Google Maps angibt. Fahren Sie nicht nach Einbruch der Dunkelheit und lassen Sie sich nicht auf Gespräche mit fremden Menschen ein.
Von der sonnenverwöhnten Kapregion über die majestätischen Drakensberge bis hin zum pulsierenden Johannesburg bietet Südafrika unzählige Erlebnisse und Gründe zum Staunen. Ganz gleich, ob einen die Sehnsucht nach Abenteuer, Entdeckungen oder Inspiration hierherführt – dieses Land kann sich unauslöschlich ins Herz schreiben und bleibt ein Ort, an den es sich immer wieder zurückzukehren lohnt.
Weitere Fotos finden Sie unter Galerie - Südafrika






